Wels / Waller

Der Wels oder Waller (lat. Silurus glanis) ist hinter dem Stör der zweitgrößte Süßwasserfisch Europas. Er kommt in weiten Teilen Mittel-, Süd- und Osteuropas vor, bevorzugt große, warme Seen und auch tiefe, langsam fließende Flüsse und hält sich dort bevorzugt in seinem Unterschlupf (z.B. in unterspülten Ufern oder versunkenen Bäumen) auf. Der Waller hat einen breiten, flachen Kopf mit einem sehr großen und weiten Maul, zwei langen Bartfäden (Barteln) am Ober- und 4 kürzeren Barteln am Unterkiefer. Ausserdem besitzt er eine sehr lange Afterflosse, die bis zur Schwanzflosse reicht und eine weit vorn liegende Rückenflosse. Der Wels ist schuppenlos und hat eine sehr schleimige Haut.

Der weibliche Fisch (Rogner) produziert während der Laichzeit (Mai - Juni) 30.000 Eier pro kg Körpergewicht. Der männliche Wels bewacht dabei die Brut, bis diese geschlüpft ist. Dies dauert je nach Wassertemperatur 3-10 Tage.

Welse sind hauptsächlich nachtaktiv, denn sie haben ein sehr gutes Gehör und im Vergleich zum Kopf sehr kleine Augen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt meist im Freiwasser oder (aufgrund seines oberständigen Mauls) am Grund. Dabei ernährt er sich vorwiegend von Fischen, aber auch von Würmern, Schnecken, Insekten und mit zunehmender Größe auch von Fröschen, Mäusen und Ratten. Sogar am Wasser lebende Vögel, wie Enten, Bleßhühner oder Jungschwäne sind dem Wels schon zum Opfer gefallen.

Waller sind im Durchschnitt 1,40 - 1,60 m lang, es gibt jedoch auch Exemplare von über 2 Metern, die jedoch sehr selten sind. Um solche Längen zu erreichen, müssen die Lebensbedingungen optimal sein. Der größte in Deutschland gefangene Wels hatte eine Länge von 2,49 m. Übertroffen wurde dieser nur noch von ein paar Wallern aus Frankreich, Spanien (Ebro), Italien und Griechenland. Dort wurde der Wels von mehreren Jahrzehnten ausgesetzt und dank mangelnder Konkurrenz und großem Nahrungsangebot kann er sich dort sehr gut entwickeln.

Am Po in Italien wurde auch der bisher größte Wels gefangen, ein Koloss von 2,78m Länge und einem Gewicht von 144 kg.

Die besten Methoden zum Angeln auf Welse sind Grundangeln und Posenangeln mit großer Pose. Die Ausrüstung muss natürlich den entsprechenden Zielfischen angepasst sein. Die besten Köder sind Köderfische, Fischfetzen, Geflügeldärme oder Wurmbündel. Doch auch mit großen Kunstködern (z.B. Gummifische) wurde schon der ein oder andere Waller gefangen.

Die optimale Zeit um auf Welse zu gehen ist im April / Mai und im August / September.

Der Bestand des Wallers ist durch die starke Befischung mittlerweile stark gefährdet.


Wels aus der Vils (Nby)
Ein Wels aus der Vils (Niederbayern)


Forelle