Rotfeder

Die Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus), auch als Unechtes Rotauge, Rotblei oder Rötel bekannt, gehört zur Familie der Karpfenfische. Sie hat einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper, ein leicht oberständiges Maul und keine Fettflosse. Die Rückenflosse liegt deutlich hinter dem Bachflossenansatz, im Gegensatz zum Rotauge, mit dem sie oft verwechselt wird. Rücken und Kopf sind graugrün bis braungrün gefärbt, die Flanken sind hell und glänzen messingfarben. Der Bauch ist silberfarben und die Bauch-, After- und Rückenflosse sind orangefarben bis blutrot (besonders während der Laichzeit).
Erreicht werden Größen von 20 bis maximal 50 cm und ein Gewicht von 300g bis maximal 2 kg. Kapitale Fische sind meist Hybriden, d.h. Kreuzungen mit Rotaugen, Brassen oder anderen Cypriniden.

Sie sind in Nordasien und Europa (außer der Pyrenäenhalbinsel, dem Balkan, Schottland und einem Teil Skandinaviens) verbreitet. In Deutschland findet man sie praktisch im gesamten Bundesgebiet. Ihr Bestand wird dabei von gefährdet (Nordrhein-Westfalen) bis ungefährdet eingestuft, insgesamt ist der Bestand aber leicht rückläufig. Als Gründe dafür sind wohl der Rückgang von Wasserpflanzbeständen, die Ufermonotiesierung und übermäßiger Besatz von Raubfischen zu nennen.

Die Rotfeder ist ein Schwarmfisch, der sich in stehenden und langsam fließenden Gewässern am wohlsten fühlt und flache, pflanzenreiche Bereiche bevorzugt. Sie ernähren sich hauptsächlich von Wasserpflanzen, aber von Zooplankton und kleinen Wirbellosen.
Zur Laichzeit (April - Juli) und bei einer Wassertemperatur von mindestens 18° C sucht sich der Schwarm flache und dicht bewachsende Uferstellen. Dort werden ihre klebrigen Eier auf Wasserpflanzen abgelegt (ca. 100.000 - 200.000 Eier pro Weibchen). Es dauert dann 3-10 Tage, bis die Larven schlüpfen, je nach Wassertemperatur. Da die Rotfedern oft mit anderen Cypriniden ablaichen, kommt es zur Vermischung von Eier und Samen und es entstehen sogenannte Bastardfische.

Die Rotfeder fängt man am besten in den frühen Morgenstunden mit leichter Stippangel, feiner Schnur, kleinem Schwimmer (sie sind aufgrund ihres oberständigen Mauls auf Oberflächennahrung spezialisiert) und sehr kleinem Haken in der Nähe von Schilfgürten, Seerosenfeldern oder an ruhigen, windstillen Seeseiten. Als Köder eignen sich Brot, Dosenmais, Tau- und Mistwürmer, sowie Maden am besten. Auch mit der Fliegenrute fängt man gegen Abend gut.

Als Speisefisch ist die Rotfeder nicht sehr gefragt. Ihr Fleisch schmeckt zwar besser als beispielsweise das der Plötze, hat aber auch sehr viele feine Gräten.

Sie gibt jedoch einen ausgezeichneten Köder zum Raubfischfang ab.


Rotfeder

Bild:Rotfeder_Schweden.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Stahlkocher.


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