Rotauge
Das Rotauge (Rutilus rutilus), auch als Plötze oder Schwal bekannt, gehört der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) an. Sie hat einen hochrückigen,
seitlich abgeflachten Körper und im Gegensatz zur Rotfeder (mit der sie oft verwechselt wird), sind Bauch- und Rückenflosse auf einer Höhe (bei der Rotfeder
ist die Bauchflosse leicht vorgezogen). Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist das Maul, das bei der Plötze unterständig und bei der Rotfeder leicht
oberständig ist. Die Flanken sind silbern mit leicht gelblichem Schimmer, die Oberseite ist grünlich, die Bauchseite weiß bzw. während der Laichzeit
auch oft leicht rötlich. Augen und Flossen sind ebenfalls rot.
Durchschnittlich werden Rotaugen 15 - 25 cm groß, maximal bis 45 cm und bis zu 1,5 kg schwer. Sie wachsen jedoch sehr langsam und können bis zu 12 Jahre alt werden.
Sie kommen in Europa nördlich der Alpen und der Pyrenäen bis zum Ural vor, ausgenommen Irland, Norwegen und West-Schweden. Die Plötze gilt als anspruchsloser und
sehr anpassungsfähiger Schwarmfisch, der in stehenden und langsam fließenden Gewässern, sowie in Seen und der Brackwasserregion lebt. In Flüßen bevorzugen sie
Strömungskanten und Uferabbrüche in tieferem Wasser. In Seen findet man sie an Scharkanten in der Freiwasserzone.
Sie ernähren sich hauptsächlich von Wasserpflanzen und von Kleintieren wie Würmer, Muscheln, kleine Schnecken, Insektenlarven und Insekten.
Die Laichzeit beginnt zwischen April und Mai, wenn die Wassertemperatur 10° C übersteigt. Die Weibchen legen unter starken Paarungsspielen 50.000 bis 100.000 klebrige
Eier auf Steinen, Holz oder Wasserpflanzen ab. Die Larven schlüpfen nach 4 bis 10 Tagen. Das Männchen bekommt Laichausschlag (perlenartige Auswüchse auf dem Kopf).
Das Rotauge ist ein sehr fruchtbarer Fisch, deshalb kommt es auch oft zur Verbuttung.
In Gewässern mit anderen Cypriniden kommt es häufig zu Kreuzungen, d.h. die Samen und Eier verschiedener Karpfenfische vermischt sich und es entstehen Hybriden.
Die häufigsten Kreuzungen sind Rotauge / Brachse und Rotauge / Rotfeder, aber auch die Kreuzung mit Güster und Döbel kommt manchmal vor.
Plötzen lassen sich durch Stippfischen, Posenangeln mit dünnen Posen, Grundangeln oder auch durch Eisangeln am besten fangen. Fängige Köder sind dabei Hanf und Made (besonders im Sommer) bzw. Mais, Mistwürmer und Brot (im Winter). Man kann sie eigentlich das ganze Jahr über fangen, am besten jedoch im März und im Oktober. Große Rotaugen sind vor allem bei Sportfischern sehr beliebt, denn sie sind sehr scheu, vorsichtig und schwierig zu erwischen.
Als Speisefisch ist das Rotauge nicht sonderlich beliebt, da ihr Fleisch viele kleine Gräten hat. Doch sie ist ein hervorragender Köderfisch für Raubfische.
![]() Bild:Blausteinsee_Tierwelt_03.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Ullrich Mühlhoff. |


