Karpfen

Der Karpfen (Cyprinus carpio) gehört wie viele andere Weißfische zur Familie der Cypriniden. Er ist ein Schwarmfisch, der ursprünglich aus Asien stammt und von den Römern nach Europa gebracht wurde.

Sie haben einen seitlich abgeflachten Körper, eine Rückenflosse (bei älteren Karpfen mit Sägestrahl) und eine schwach gegabelte Schwanzflosse. Neben ihrem endständigen, vorstülpbaren Maul haben sie 2 kurze und 2 längere Barteln. Karpfen erreichen Längen bis zu 1,20 m und können über 40 kg schwer werden. Außerdem werden sie sehr alt, bis zu 40 Jahre und älter.

Karpfen
© Kassandra / Pixelio

Es gibt mehrere Formen, die jedoch alle der Art der Cyprinus carpio angehören, nämlich der Wildkarpfen (Urform, mit vollständigem Schuppenkleid, der mittlerweile auf der roten Liste der bedrohten Tierarten steht) der Schuppenkarpfen (ebenfalls vollständiges Schuppenkleid), der Zeilkarpfen, der Lederkarpfen (auch Nacktkarpfen genannt), der bei uns am meisten verbreitete Spiegelkarpfen und nicht zu vergessen, der japanische Koi-Karpfen (eine bunte Zuchtform, die als Zierfische gehalten werden).

Der Karpfen lebt vorzugsweise im warmen, flachen Süßwasser (z.B. in Teichen, Baggerseen oder langsame strömenden warmen Bereichen von Flüssen) und ernährt sich von am Boden lebenden Kleintieren (Insektenlarven, Schnecken, Würmer). Bei Großkarpfen kommt es auch schon mal vor, dass diese räuberisch werden und kleine Fische verschlingen.

Karpfen sind Sommerlaicher (zwischen Mai und Juli) und laichen nur bei einer Temperatur von über 18°C. Zur Paarung treffen sie sich in wärmeren, pflanzenreichen Bereichen. Der Milchner (Männchen) "treibt" den Rogner (Weibchen) im Laichspiel zur Abstimmung ihrer Laichbereitschaft. Danach stößt er das Weibchen mit seinem Maul mehrmals in die Seite, wonach der Rogner seine Eier (ca. 250.000 / kg Körpergewicht) ins Wasser gibt. Der Milchner befruchtet diese mit seinem Samen und beide schwimmen in ihre ursprünglichen Gewässer zurück (es wird keine Brutpflege betrieben). Die Eier enthalten Dotter, die den Brütling ernähren. Nach 3-8 Tagen schlüpft dieser dann, sinkt zu Boden und ernährt sich von planktischen Kleintieren.

Bei Sportfischern ist der Karpfen sehr beliebt, weil er ein sehr großer Kämpfer ist und man ihn mit Boilies selektiv beangeln kann.

Während man kleinere und mittlere Karpfen relativ leicht fangen kann (z.B. mit Würmer, Mais oder Maden), braucht man bei Großkarpfen sehr viel Erfahrung und Gewässerkenntnis, da diese sehr scheu und vorsichtig sind. So sollte man das Gewässer zu verschiedenen Zeiten auf Karpfenspuren (z.B. Bläschen von gründelnden Karpfen oder wackelnde Schilfhalme durch Berührungen von Karpfen) beobachten. Besonders erfolgsversprechende Stellen sind dabei: Schilkanten, Seerosenfelder, versunkene Bäume, Landzungen und verkrautete Gewässerteile. Danach beginnt die Periode des Anfütterns zu einer bestimmten Tageszeit über mehrere Tage hinweg (z.B. mit Boilies, Hartmais oder Partikel).

Auf Karpfen kann man eigentlich fast das ganze Jahr, wobei die Sommer- und Herbstmonate wohl am besten geeignet sind, von morgens bis abends fischen.

Leider besitzen Karpfen, die in schlammigen Gewässern gefangen wurden, oft einen moosigen Beigeschmack ("Mooseln" oder "Letteln"). Daher ist es ratsam, den Karpfen noch ein paar Tage in frischem Wasser zu halten.


Spiegelkarpfen Koi-Karpfen
Spiegelkarpfen
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Koi-Karpfen
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