Brasse
Die Brachse (Abramis brama), auch der Brachsen, Blei oder Brasse genannt, gehört der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) an. Sie wird 30 bis 75 cm lang und bis zu 7 kg schwer. Ihr Körper ist hochrückig und seitlich sehr stark abgeflacht. Ihr Maul ist stumpf und leicht unterständig. Ihre Augen sind verhältnismäßig klein, dafür ihre Brustflossen relativ lang und reichen bis zum Ansatz der Bauchflossen, wodurch man sie auch leicht vom Güster (Blicca bjoerkna) unterscheiden kann. Der Rück hat eine bleigraue bis bleiblaue Färbung (deshalb auch der Name Blei) und glänzt grünlich. Der Bauch ist weiß und die Seiten haben einen metallischen Glanz.
Die Brasse ist in Europa nördlich der Alpen und Pyrenäen, auf dem Balkan und nach Osten bis zum Kaspischen Meer, dem Schwarzen Meer und dem Aralsee verbreitet. In Deutschland kommt der Brachsen praktisch im gesamten Bundgebiet vor. Er lebt in der Brachsenregion, sehr langsam fließenden Flüssen und in Seen mit hohem Nährstoffanteil und schlammigem Boden. Sie halten sich in kleinen Schwärmen bodennah und im Uferbereich auf.
Jungtiere fressen überwiegend Zooplankton, während ältere Fische im Schlamm nach Zuckmückenlarven, Schlammröhrenwürmer, Muscheln und Schnecken suchen. Ihr vorstülpbares Maul hilft ihnen dabei.
Die Brachse wird bis zu 16 Jahre alt und erreicht die Geschlechtsreife nach 3 bis 4 Jahren. Die Laichzeit beginnt im April und endet im Juli. Am Männchen ist während dieser Zeit ein deutlicher Laichausschlag zu erkennen. Nach der Befruchtung legt das Weibchen 150.000 bis 300.000 Eier auf Wasserpflanzen, Steine oder Wurzeln ab. Nach 3 bis 12 Tagen schlüpfen die Larven.
In besonders nährstoffreichen Gewässern führt das enorme Vermehrungspotential des Brachsen oft zu Massenentwicklungen, wodurch wiederum das Individualwachstum stagniert. Diesen Vorgang nennt man Verbuttung. Eine Gefährdung ist auch deshalb in nächster Zeit noch nicht abzusehen, weil sich die Brasse hervorragend an Veränderungen der Gewässerbedingungen anpassen kann.
Wie bei fast allen Weißfischen ist auch das Fleisch der Brachse wohlschmeckend, aber sehr grätenreich, wodurch sie bei den meisten als Speisefisch nicht sehr beliebt ist.
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