Aal

Der europäische Aal, lat. Anguilla anguilla, gehört zu den Flussaalen und ist in ganz Europa, Kleinasien und Nordafrika beheimatet. Er hat einen schlangenförmigen Körper, die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse ist durchgehend. Er besitzt kleine Rundschuppen, die in seine dicke Haut eingebettet sind. Sein Maul ist oberständig, d.h. der Unterkiefer ist länger als der Oberkiefer. Auf der Oberseite ist der Aal schwarz / dunkelgrün gefärbt, die Unterseite ist bei jungen Aalen gelb (Gelbaal), bei älteren weiß (Blankaal).

Aale können bis zu 1,50 m lang werden, diese Längen kommen aber sehr selten vor. In dieser Länge sind es ausschließlich Weibchen, die Männchen werden nur bis ca. 60 cm groß. Die Weibchen werden nach ca. 12 - 15 Jahren geschlechtsreif, die Männchen schon mit 6 - 9 Jahren. Er ist Lage, beachtliche Strecken an Land zurückzulegen (z.B. über feuchte Wiesen), indem er den Sauerstoff über die Haut aufnimmt.

Man unterscheidet zwischen Spitzkopf- und Breitkopfaal. Ersterer ernährt sich in erster Linie von Insektenlarven, Pflanzen, Würmern und Schnecke, während sich letzerer hauptsächlich von kleinen Fischen, Fischlaich und Krebsen ernährt und deshalb auch Raubaal genannt wird (er wächst dadurch auch schneller als der Spitzkopfaal).

Aale sind vor allem in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Die Fangsaison reicht von März bis etwa Oktober. Sehr erfolgversprechende Stellen sind im Frühjahr flache Stellen, an denen sich das Wasser schnell erwärmt, im Herbst eher tiefere Stellen. Nach dem Anbiss sollte der Aal rasch gelandet werden, weil er gerne um Hindernisse im Wasser schwimmt und sich so festsetzt.

Der Aal ist ein sehr beliebter Speisefisch, hat sehr fettreiches Fleisch und ist deshalb vor allem zum Räuchern besonders gut geeignet. Sein Blut enthält ein Nervengift (Ichthyotoxin), welches zu Lähmungserscheinungen und Erbrechen führen kann, wenn es in die Augen oder Schleimhäute gerät. Beim Kochen, Braten und Räuchern wird dieses Gift jedoch neutralisiert.

Der Aal ist ein katadromer Wanderfisch, d.h. er wandert zum Ablaichen (September / Oktober) von den Flüssen und Bächen ins Meer. Dabei legt er ca. 5000 km (fast) ohne Nahrungsaufnahme (er zehrt dabei von seinen Fettreservern) gegen den Golfstrom zurück und stirbt dann nach dem Ablaichen. Insgesamt dauert die Reise ca. 3 Jahre. In dieser Zeit verändert sich auch sein Körper. Der Verdauungstrakt verkümmert, der After bildet sich zurück und seine Augen erweitern sich.

Die Jungen schlüpfen im Atlantik, im Saragossasee in der Nähe der Bahamas und ernähren sich von Plankton. Später, wenn sich die Jungen zu sogenannten Glasaalen entwickelt haben (ca. 7cm), werden diese vom Golfstrom in den nördlichen Atlantik getragen. Danach schwimmen sie in großen Schwärmen von den europäischen Küsten in die Binnengewässer des Landesinneren und entwickeln sich dort zur vollen Größe.
Diese Glasaale gelten in Asien als Delikatesse, weswegen sie in großen Mengen vor den europäischen Küsten (Spanien, Frankreich) gefangen werden. In den letzten Jahren sind jedoch die Fangzahlen drastisch zurückgegangen. Man kann also davon ausgehen, dass der Aal als ehemals sehr weit verbreiteter Fisch in naher Zukunft zu einer sehr gefährdeten Fischart entwickelt.


Aal

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