Der Kampf gegen den Kormoran am Bodensee
Nachdem letzte Woche Kormorane in einem Naturschutzgebiet am Bodensee mit Hilfe von starken Halogenstrahlern von ihren Nestern vertrieben wurden und somit wahrscheinlich bis zu 70% der rund 200 Kormoran-Eier erkaltet und damit wahrscheinlich abgestorben sind, prüfen nun Umweltschützer rechtliche Schritte gegen das Regierungspräsidium Freiburg.

© Andreas Preuß/ Pixelio
Der Landesagrarminister Peter Hauk weist die Vorwürfe jedoch zurück und betont, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten wurden. Streit gibt es auch, weil der Naturschutzbund der Meinung war, dass einige Junge bereits geschlüpft sind, als die Kormorane das Nest verlassen haben. Dann wäre dieser Vorgang nämlich illegal gewesen. Die Behörde verneint dies jedoch.
Ziel dieser Aktion war es, durch den Rückgang der Kormoran-Population den Fischbestand am Bodensee, besonders den Bestand der sich auf der roten Liste der geschützten Tierarten befindlichen Äsche, wieder zu erhöhen.
Naturschützer sind jedoch der Meinung, dass das Wasser selbst schuld am Rückgang des Fischbestandes ist, da dieses immer sauberer wird und deshalb nicht mehr so viele Nährstoffe enthalten soll. Der Kormoran frisst zwar “nur” ca. 500 g Fisch pro Tag (bzw. 700 g während der Brutzeit), jedoch ist die Äsche davon sehr stark betroffen, da sie sich im Freiwasser aufhält und dadurch nur schwer Schutz suchen kann. Außerdem kommt es immer mal wieder vor, dass sich Kormorane Fische bis zu 50 cm schnappen, wenn sie gerade keine andere Beute erwischen können. Das beweist auch diese Fotos hier.

© Katharina Hopp/ Pixelio


am 4. Jun. 2008
Ich finde es nicht richtig so in den Kreislauf der Natur einzugreifen, gerade weil es sich dabei um ein Naturschutzgebiet handelt. Bevor man zu solchen Mitteln greift sollte man versuchen eine Lösung zu finden bei der nicht ein Teil der Tiere zum Wohl der anderen getötet wird obwohl es nicht bewiesen ist, das die Vögel Schuld am Fischrückgang sind.
am 15. Jul. 2008
Der Kreislauf der Natur ist ohnehin dauerhaft und nachhaltig gestört. Die explosionsartige Vermehrung diese Vögel in vielen Gegenden ist mit der Teil dieses Problems. Und jeder doktert an seinem Teil rum: Fischer an den Vögeln und “Umweltschützer” an den Fischern.