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Der Hecht als reiner Standfisch?

Posted in Fischarten von Johannes am 22. Jul. 2007

Bisher galt der Hecht als Standfisch, doch nach neuesten Forschungsergebnissen aus Dänemark weist er einen starken Bewegungsdrang auf.

Wissenschaftler vom dänischen Institut für Fischereiforschung fingen in der unteren Gudenau (in Ostjütland) mit Elektrofischerei 10 Hechte, 5 Männchen und 5 Weibchen zwischen 57 und 113 cm, betäubten sie mit Nelkenöl und pflanzten ihnen kleine Radiosender ein, damit sie die Position der Hechte jederzeit verfolgen können. Danach wurden die Entenschnäbler wieder in die Freiheit entlassen.

Während den ersten Monaten bewegten sich die markierten Hechte nicht viel vom Fleck. Lediglich zwei kapitale Weibchen unternahmen Ausflüge in einen nahegelegenen Fjord, um vom reichlich vorhandenen Nahrungsangebot in diesem zu profitieren. Doch mit dem Frühling (in der Gudenau laichen die Hechte im April) fingen die Hechte dann langsam an zu wandern. So bewegten sich drei Weibchen (eine vierte folgte mit etwas Verzögerung) und ein Männchen (unabhängig voneinander) stromaufwärts, kilometerweit entfernt vom ursprünglichen Aufenthaltsort, zu den Laichplätzen. Ein Weibchen von ungefähr einem Meter schwamm sogar 37 Kilometer stromaufwärts, bis in den Oberlauf der Nörrenau. Dort wurde sie von einem Angler gefangen und wieder zurückgesetzt, da in Dänemark kaum Hechte gegessen werden. Bis Mitte Juni kehrten alle Wanderer wieder in ihre Heimat zurück.

Die Wissenschaftler fragten sich, welchen Grund es für diese gezielten Abwanderungen gibt. Diese Laichwanderung des Esox waren zwar in großen Seen oder z.B. an der brackigen Ostsee zwischen Rügen und Usedom bekannt, jedoch nur aus dem Grund, geeignete Laichplätze in Ufernähe zu finden. Im Heimatgebiet der Hechte in der Gudenau gab es aber zahlreiche Laichplätze, hier pflanzten sich ja die übrigen Männchen und die nicht abgewanderte Hechtdame auch fort.

Für Anders Koed, den Leiter des Forschungsprojekts, kommen daher ganz unterschiedliche Gründe in Betracht. So soll sie Inzucht und Konkurrenz unter den Nachkommen vermeiden und den Kannibalismus an den eigenen Jungen unterbinden. Diese Gefahr ist vor allem bei großen Hechtdamen gegeben. Also dient diese Strategie der Überlebensfähigkeit und Verbreitung der eigenen Gene. Es könnte jedoch auch der erhöhte Energiebedarf der Rogner eine Rolle spielen, denn wer viele Eier produziert muss auch viel fressen.

Ein ähnliches Verhalten ist übrigens auch bei Meerforellen bekannt. Dort bleiben zwei Drittel der Männchen das ganze Leben im Süßwasser, während fast alle Weibchen mindestens ein Jahr ins Meer oder in fremde Flüsse wandern.

Ähnliche Beobachtungen stellten auch finnische Biologen am Fluss Kajaaninjoki und englische Forscher im Lower Lough Erne (Nordirland) fest.



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