Auf den Spuren des roten Thunfischs
Da der Bestand des roten Tunfischs in den vergangenen Jahren um fast 90 % eingebrochen ist, startet das WWF ein dreijähriges Projekt. Es stattet ausgewachsene Tunfische mit Pop-Up-Sendern aus, welche die Bewegungen der Fische genau aufzeichnen. Denn bisher ist über den Roten Tunfisch oder auch Blauflossen-Tunfisch nur sehr wenig bekannt. Die Forscher erhoffen sich, mehr über Lebensgewohnheiten, Wanderrouten, etc. zu erfahren. Der Sender löst sich nach einer gewissen Zeit, kommt an die Oberfläche und wird über Satellit geortet und von den Forschern wieder aufgelesen.
Der Blauflossen-Tunfisch ist vom Aussterben bedroht. Momentan werden im Mittelmeer jährlich ca. 60.000 Tonnen gefangen, erlaubt sind nur 30.000 Tonnen. Wisschenschaftler empfehlen sogar, nur 15.000 Tonnen pro Jahr zu entnehmen, damit der Fortbestand des roten Tunfischs gesichert werden kann.
Der Kampf gegen den Kormoran am Bodensee
Nachdem letzte Woche Kormorane in einem Naturschutzgebiet am Bodensee mit Hilfe von starken Halogenstrahlern von ihren Nestern vertrieben wurden und somit wahrscheinlich bis zu 70% der rund 200 Kormoran-Eier erkaltet und damit wahrscheinlich abgestorben sind, prüfen nun Umweltschützer rechtliche Schritte gegen das Regierungspräsidium Freiburg.

© Andreas Preuß/ Pixelio
Der Landesagrarminister Peter Hauk weist die Vorwürfe jedoch zurück und betont, dass alle rechtlichen Vorgaben eingehalten wurden. Streit gibt es auch, weil der Naturschutzbund der Meinung war, dass einige Junge bereits geschlüpft sind, als die Kormorane das Nest verlassen haben. Dann wäre dieser Vorgang nämlich illegal gewesen. Die Behörde verneint dies jedoch.
Ziel dieser Aktion war es, durch den Rückgang der Kormoran-Population den Fischbestand am Bodensee, besonders den Bestand der sich auf der roten Liste der geschützten Tierarten befindlichen Äsche, wieder zu erhöhen.
Naturschützer sind jedoch der Meinung, dass das Wasser selbst schuld am Rückgang des Fischbestandes ist, da dieses immer sauberer wird und deshalb nicht mehr so viele Nährstoffe enthalten soll. Der Kormoran frisst zwar “nur” ca. 500 g Fisch pro Tag (bzw. 700 g während der Brutzeit), jedoch ist die Äsche davon sehr stark betroffen, da sie sich im Freiwasser aufhält und dadurch nur schwer Schutz suchen kann. Außerdem kommt es immer mal wieder vor, dass sich Kormorane Fische bis zu 50 cm schnappen, wenn sie gerade keine andere Beute erwischen können. Das beweist auch diese Fotos hier.

© Katharina Hopp/ Pixelio
Krebse aus Zoohandlungen gefährden einheimische Krebsarten
Seit das Importverbot für Flusskrebse im Jahre 1994 aufgehoben wurde, werden in vielen Zoohandlungen eine große Anzahl exotischer Krebsarten zum Verkauf angeboten. Das Umweltministerium des Saarlandes warnt jedoch davor, diese in einem Gartenteich einzusetzen. Die Krebse können dort nämlich oft leicht entkommen und in die freien Gewässer gelangen. Das Problem dabei ist, dass viele dieser Krebsarten, wie z.B. die aus Amerika stammenden Kamberkrebse (Orconectes limosus) oder der Rote Sumpfkrebs (Procambarus clarkii), mit dem Erreger der Krebspest, einer Pilzerkrankung, infiziert sind. Sie selber sind dagegen immun, für die hiesigen Edelkrebsbestände bedeutet sie jedoch den raschen Tod. Außerdem breiten sich diese konkurrenzstarken Arten weiter aus und drängenso die einheimischen Krebsarten immer weiter zurück.
Durch die eingeschleppte Krebspest sind die Krebse (Edelkrebs, Steinkrebs) in Deutschland bereits aus vielen Gewässern, in denen sie früher heimisch waren, verschwunden.
Das Umweltministerium bittet auch den Zoofachhandel, auf den Verkauf von exotischen Flusskrebsen zu verzichten bzw. die Kunden entsprechend aufzuklären. Für weitere Infos kann das Heft “Flusskrebse. Arten, Merkmale, Gefährdung” beim Umweltministerium Saarland (Tel: 0681 – 501 47 46) und beim Fischereiverband Saar (Tel: 06831 – 74 776) angefordert werden.
Illegaler Dorschfang in der Ostsee
Der Dorsch-Bestand in der Ostsee ist wegen der starken Befischung bedroht. Obwohl Polen die EU-Fangquoten für den Dorsch bereits erreicht bzw. überschritten hat, liefen nach Angaben des WWF heute wieder Fischerboote aus den Häfen Darlowo und Gydina. Bereits am Samstag fuhren etliche polnische Fischerboote raus, um Dorsche zu fangen. Die polnische Regierung ließ verlauten, diese Fischer nicht bestrafen zu wollen.
Die polnische Fischerei wird von der EU sehr stark subventioniert, d.h. es fließen somit (auch deutsche) Steuergelder in den illegalen Fischfang. Doch das ist nur die geringste Sorge. Der Dorsch gilt in der Ostsee nämlich als bedroht. Viele Wissenschaftler und Naturschützer fordern deshalb schon seit einiger Zeit ein komplettes Fangverbot für Dorsche in der Ostsee. Laut WWF ist der Bestand bereits auf ein Drittel seines natürlichen Bestands geschrumpft. Gründe sind neben der illegalen Fischerei auch die zu hohen Fangquoten.
Aktuell erlaubt Brüssel jährlich 40.000 Tonnen Dorsche zu fangen, 10.000 Tonnen entfallen dabei allein auf Polen.
Wegen dieses Vergehens droht Polen nun eventuell eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
Island stellt kommerziellen Walfang ein

© Martin / Pixelio
Wie der isländische Fischereiminister Einar Guofinnsson gestern bekanntgab, legt Island keine neuen Fangquoten fest und stellt somit, ein Jahr nach Wiederaufnahme, den kommerziellen Walfang wieder ein. Begründet wurde die Entscheidung mit dem fehlenden Absatzmarkt für Walfleisch. Jedoch dürften auch die Touristen eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. So stornierten beispielsweise sehr viele Touristen ihre Reisen nach Island, nachdem bekannt geworden war, dass das Land den kommerziellen Walfang wieder aufnimmt. Außerdem freut sich das touristische Beobachten von Walen (Whalewatching) immer größerer Beliebtheit und spült jährlich etwa 15 Millionen € in die Kassen.
Leider werden seit 2003 in Island immer noch Wale zu Forschungszwecken gefangen und getötet. Die Quote wurde dabei auf 200 Zwergwale (auch Mink- oder Minkewale genannt) gesetzt. Bis Ende 2007 sollen dabei noch 6 dieser Minkwale getötet werden.
Bleibt zu hoffen, dass die Entscheidung Islands nun auch Druck auf Japan und Norwegen macht. Beide Länder
stellen sich bisher gegen das internationale Walfangmoratorium, das die Tötung von Walen seit 1986 verbietet. Doch nicht nur das, sowohl Norwegen als auch Japan versuchen jedes Jahr auf der Tagung der IWC (Internationale Walfangkommission) die absolute Freigabe der Waljagd durchzusetzen. Zwischen 1968 und 2006 wurden ca. 29.000 Wale getötet, dazu kommen noch ca. 7.000 aus wissenschaftlichen Gründen, ohne dabei auch nur eine einzige Erkenntnis zum Schutz der bedrohten Walarten gewonnen zu haben.

