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Regionaler Fischereiverband kauft Wasserkraftanlage

Posted in Angeln-in-Bayern von Johannes am 30. Okt. 2007

Der Fischereiverband Niederbayern (FVN) hat als erster regionaler Fischereiverband Bayerns eine Wasserkraftanlage gekauft, um eine Staumauer wegzureißen und so den Weg für bedrohte Fischarten wieder frei zu machen. Es handelt sich hierbei um die “Hiaslmühle” an der Mitternacher Ohe (Landkreis Freyung - Grafenau), das so wieder zu einem der bedeutendsten Huchen-Gewässer Niederbayerns werden könnte, hofft zumindest FVN-Präsdident Dietmar Franzke. Der Erwerb des Wasserrechts für diese Mühle kostet ca. 86.000 Euro.

Bereits 2001 hat der Landesfischereiverband Bayern (LFV) das Wasserrecht an einer Wasserkraftanlage erworben und zwar an der “Zehrermühle”, ebenfalls an der Mitternacher Ohe. Umgerechnet 330.000 Euro kostete dieses Projekt damals. Doch der Erfolg gab dem LFV Recht. Bereits nach 2 Jahren wurden oberhalb dieses Kraftwerks wieder laichende Huchen (in dieser Gegend auch als Bayerwald-Lachse bekannt) beobachtet.

Das Problem bei diesen Wehren ist, dass die Fische unterschiedliche Lebensräume brauchen (Fressgründe, Laich- und Winterplätze) und diese von den Kraftwerken unterbrochen werden. Zwar sind sogenannte “Fischtreppen” vorgeschrieben, doch auch diese lösen das Problem nicht vollständig, denn viele Fische finden die Treppen nicht. Außerdem sterben sehr viele Fische, weil sie in die Turbinen des Wasserkraftwerks gelangen.

Trotzdem denken viele Leute, dass die Wehren, vor allem in Zeiten des Klimawandels, schon notwendig sind, da durch die Wasserkraftnutzung sauberer und umweltfreundlicher Strom erzeugt wird. Doch sieht man sich einmal die genauen Zahlen an, so relativiert sich diese Aussage wieder.

Bundesweit gibt es derzeit ca. 7000 Wasserkraftanlagen, davon alleine 4250 in Bayern. Doch nach Angaben des Bayerischen Umweltministeriums liefern 2209 Anlagen (vor allem an Isar, Inn, Lech und Iller) 90% des Wasserkraftstroms, die restlichen 10% verteilen sich auf Kleinwasserkraftanlagen. In Niederbayern gibt es beispielsweise über 450 Kleinanlagen mit einer Leistung von unter 25 Kilowatt. Das wären ca. 0,04% der Stromerzeugung in Bayern.

Bleibt zu hoffen, dass noch andere (regionale) Verbände nachziehen und kleinere Wasserkraftanlagen, die wenig Strom erzeugen, entfernen, um weiteren Lebensraum für bedrohte Fischarten zu schaffen.


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